Die Macht der Krankheit brechen

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Das bin ich mit 12 Jahren mit dem Pferd meiner Mutter.

Krankheiten stören uns doch eigentlich nur, weil sie uns einschränken. Zum Beispiel Allergien. Ich habe eine Pferdehaarallergie, die mich enorm einschränkt, weil ich Pferde eigentlich liebe. Doch mit Asthma und juckender Haut, brennenden Augen und laufender Nase ist der Spaß kein Spaß mehr, sondern eher ein Horrortrip. So bin ich jedenfalls früher damit umgegangen. Ich hatte Pferde komplett aus meinem Leben verbannt, nachdem in meiner Teenager- Zeit die Symptome so heftig wurden, dass jeder Kontakt zu Pferden ein äußerst unerfreuliches Erlebnis wurde. Warum keine Allergie gegen Kühe oder Hühner? Das wär mir egal! Nein, es müssen ausgerechnet Pferde sein.

Komisch nur: Es war nicht immer so. Mit ca. 8 Jahren hatte ich durch unsere neuen Nachbarn auf dem Land innerhalb weniger Tage das Reiten auf Ponys gelernt. Mit den Kindern der Nachbarn ritt ich über Wiesen und Felder und durch kleine Wäldchen in der Nähe – ohne es je gelernt zu haben! Ich liebte das! Es war MEIN DING, das erste mal etwas in meinem Leben, das ich wirklich genoss in vollen Zügen.

Bis meine Mutter auf diesen Zug aufsprang und erst ein Pony, dann ein richtiges Pferd kaufte, mich mitschleppte zu den Erwachsenen-Veranstaltungen, mich mit ihren Geldsorgen belastete, die sie aufgrund des teuren Equipments hatte usw. Und ich sollte auch auf den großen Pferden reiten, aber bloß nicht auf ihrem. Ihr Pferd war tabu. Da störte ich nur. Das Reiten war nicht mehr mein Ding, jetzt war es ihres und zwar zu 100 Prozent. Eine Weile ging es noch gut, denn ich hatte ja meine Freundinnen und ihre Ponys, die vielmehr meiner Größe entsprachen und mit denen ich Abenteuer erleben konnte, ohne dass eine Erwachsener seine Finger im Spiel hatte.

Das gebrochene Herz

Doch nach nur zwei Jahren zogen wir wieder um –  auch das hatte meine Mutter zu verantworten. Die Ponys waren außer Reichweite. Ich fiel in ein seelisches Loch. Denn auf dem weit entfernten Reitstall mit den großen Pferden, wo meine Muter nun immer hinfuhr, dort hatte ich keinen Platz. Die Leichtigkeit und Freiheit waren verschwunden. Meine Mutter hatte es mir weggenommen, mein Ding mit den Pferden. Jetzt war sie jeden Tag dort, schleppte mich zwar mit dann und wann, aber der Zauber war erloschen. Ich verstand diese Welt nicht, ich spielte dort keine Rolle. Ich störte dort nur und das brach mein Herz.

Seit diesen Ereignissen habe ich eine heftige Pferdehaarallergie. Und mit den Jahren und der eingeprägten Erfahrung, dass es mir in der Nähe von Pferden wirklich beschissen geht, dass ich keine Luft kriege und mich zerkratze, verfestigte sich auch eine starke Ablehnung, ja, ein Hass auf Pferde. Sie waren die Monster.

Die Macht der Krankheit brechen

Das ist aber nicht das Ende der Geschichte. Durch die Heilpraktikerin Cecilia Schoof von der Hamburger Heilpraktiker Fachschule kam ich zu ihnen zurück, zu den Pferden! Über fast zwei Jahrzehnte hatte ich Pferde komplett aus meinem Leben verbannt, nun wurde ich wieder konfrontiert mit der ganzen Macht der Ereignisse aus der Vergangenheit. Ich bin jetzt regelmäßig dort und kämpfe mit dem gebrochenen Herzen von einst. Ein Teil liebt die Pferde abgöttisch, ein Teil hasst sie für all das körperliche Leid, das ich ertragen muss.

Aber Step by Step wird es besser. Weil ich trotz der Allergie hingehe und sie nicht siegen lasse. Die Macht der Krankheit ist noch nicht gebrochen, aber ich habe ihr auch nicht kampflos das Feld überlassen! Am Wochenende war ich nun zum ersten Mal mit auf einem Turnier und war überwältigt von der Freude und Traurigkeit, die die vielen Eindrücke in mir ausgelöst haben. Vor allem die Freude hält seither an und ich muss sagen: Der Kampf hat sich schon jetzt gelohnt. 🙂

Sophia

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